New Work auf Reisen: Drei Transfer Journeys und drei Perspektiven auf die Arbeitswelt von morgen
Wie gelingt New Work in der Praxis? Die „EMPOWER Transfer Journeys“ des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU) haben dieser Frage in drei Veranstaltungen unterschiedliche Facetten gewidmet. Im Mittelpunkt standen Praxisbeispiele aus Unternehmen und Organisationen, der Austausch auf Augenhöhe – und die Frage, was sich daraus für die eigene Arbeitswelt lernen lässt.
Ludwigshafen/Idar-Oberstein/Mainz, 25.09.2026: New Work lässt sich nicht allein aus Büchern, Modellen oder Vorträgen verstehen. Wer wissen möchte, wie neue Arbeitsweisen tatsächlich funktionieren, muss dorthin gehen, wo Veränderung stattfindet. Genau hier setzte die Veranstaltungsreihe „EMPOWER Transfer Journeys“ an, die das New Work-Team des IBE im Rahmen des Verbundprojekts EMPOWER 2026 erstmals auf den Weg brachte.
Drei Stationen, drei Schwerpunkte und drei unterschiedliche interaktive Formate führten die Teilnehmenden dabei zu ganz unterschiedlichen Fragen rund um die Arbeitswelt von morgen: Wie verändern sich Arbeitsräume und Organisationskultur? Welche Auswirkungen hat Künstliche Intelligenz auf Arbeit und Führung? Und wie kann Vernetzung zum Motor für Zusammenarbeit und Innovation werden?
Von der Raumgestaltung bis zur Vernetzung
Den Auftakt bildete im Mai der Besuch bei der Medienanstalt Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen. Unter dem Titel „Empower Your Work – Neue Arbeitsumgebungen: Von der Idee zur Wirklichkeit“ erhielten die Teilnehmenden Einblicke in einen umfassenden Umgestaltungsprozess, bei dem sich nicht nur die Arbeitskultur, sondern auch die räumliche Umgebung grundlegend verändert hat.
Vom klassischen Behördenumfeld mit zahlreichen Einzelbüros entwickelte sich die Medienanstalt Schritt für Schritt hin zu offenen, kommunikativen und flexibel nutzbaren Arbeitsbereichen. Besonders deutlich wurde dabei: Neue Räume sind nicht einfach eine Frage von Möbeln und Gestaltung. Sie sind Teil eines umfassenderen Veränderungsprozesses, der Beteiligung, Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis voraussetzt. Neben Einblicken in die Praxis konnten die Teilnehmenden im LEGO® SERIOUS PLAY®-Workshop eigene Vorstellungen von zukunftsfähigen Arbeitsumgebungen entwickeln und diskutieren.
Die zweite Journey führte im August zum Mittelstandstag Rheinland-Pfalz nach Idar-Oberstein. Unter dem Titel „Empower Your Work – Unternehmen mit KI befähigen“ rückte diesmal Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Anhand des IBE New Work-Hauses wurde gemeinsam betrachtet, an welchen Stellen KI die Arbeitswelt verändert – etwa bei Führung, Kompetenzen, Zusammenarbeit und Arbeitsgestaltung.
Die Veranstaltung zeigte dabei eine wichtige Gemeinsamkeit mit der ersten Journey: Auch KI lässt sich nicht einfach „ins Unternehmen stellen“. Technologische Veränderungen brauchen Befähigung, Beteiligung und Möglichkeiten zum Ausprobieren. Anders als bei den beiden anderen Journeys fand dieser Transferimpuls im Rahmen einer größeren Veranstaltung statt und erreichte dadurch ein deutlich breiteres Publikum. Die Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte unter anderem über eine interaktive Mentimeter-Befragung.
Den Abschluss der ersten Transfer Journey-Trilogie bildete dann im September der Besuch bei der Agentur HitchOn in Mainz. „Vernetzt arbeiten, gemeinsam wachsen“ lautete das Thema der dritten Station. Das Unternehmen zeigte, wie Vernetzung, Wissenstransfer und bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Arbeitsalltag gestaltet werden können.
Im anschließenden „Netzwerklabor“ waren die Teilnehmenden selbst gefragt: An verschiedenen Stationen tauschten sie Erfahrungen aus, entwickelten Ideen und diskutierten, wie sich interne und externe Vernetzung in den eigenen Organisationen stärken lässt. Eine Führung durch die Räumlichkeiten von HitchOn rundete den Nachmittag ab.
Das New Work-Haus als roter Faden
Verbindendes Element der drei Veranstaltungen war das IBE New Work-Haus. Das Modell dient dem IBE als Orientierungsrahmen für die verschiedenen Dimensionen moderner Arbeitswelten. Für jede Transfer Journey wurde ein anderer Baustein beziehungsweise eine andere Ebene des Modells in den Mittelpunkt gestellt: Raumgestaltung, Künstliche Intelligenz und Vernetzung.
Damit ging es bewusst nicht darum, ein fertiges New Work-Rezept zu vermitteln. Vielmehr sollten unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und die Teilnehmenden dazu anregen, die eigenen Arbeitsweisen und Rahmenbedingungen zu reflektieren.
Auch bei der Gestaltung der Veranstaltungen setzte das IBE auf Abwechslung: LEGO® SERIOUS PLAY®, Mentimeter und das Netzwerklabor boten jeweils andere Möglichkeiten, Wissen nicht nur aufzunehmen, sondern selbst zu erproben und miteinander weiterzuentwickeln.
Kleine Gruppen, intensiver Austausch
Die Gewinnung von Teilnehmenden stellte sich dabei als eine der Herausforderungen der ersten Veranstaltungsrunde heraus. Insbesondere kostenlose Präsenzangebote werden offenbar häufig zunächst unverbindlich betrachtet – eine Anmeldung bedeutet nicht unbedingt, dass die Entscheidung für eine Teilnahme bereits endgültig getroffen ist.
Gleichzeitig zeigte sich: Die kleineren Gruppen hatten auch eine besondere Qualität. Die Teilnehmenden kamen mit großem Interesse und hoher Bereitschaft zum Austausch. Dadurch entstanden intensive Gespräche, konkrete Diskussionen und Raum für individuelle Fragen. Einige Teilnehmer besuchten sogar mehrere Veranstaltungen – ein Zeichen dafür, dass die einzelnen Journeys auch als zusammenhängende Reihe Interesse wecken konnten.
Besonders viele und unterschiedliche Menschen erreichte die zweite Journey durch ihre Einbindung in den Mittelstandstag Rheinland-Pfalz. Das größere Publikum brachte neue Perspektiven, während das Format auf der Bühne naturgemäß weniger Raum für einen ausführlichen Workshop und vertieften Austausch bot.
Beide Erfahrungen gehören damit zum Lernprozess der Transferreihe selbst: Transfer braucht passende Formate, gute Gelegenheiten für Begegnung – und manchmal auch die Bereitschaft, Formate weiterzuentwickeln und unterschiedliche Wege der Ansprache auszuprobieren.
Was bleibt?
Die erste Transfer Journey-Trilogie hat gezeigt, dass New Work besonders dann greifbar wird, wenn Menschen konkrete Arbeitswelten kennenlernen, Erfahrungen teilen und auch über Herausforderungen sprechen können. Der Blick in andere Organisationen eröffnet dabei neue Perspektiven – nicht als Blaupause, sondern als Anstoß für die eigene Entwicklung.
„Die ersten drei Transfer Journeys haben gezeigt: New Work wird besonders greifbar, wenn wir sehen, wie andere Unternehmen neue Arbeitsweisen umsetzen und offen darüber sprechen, was funktioniert und was nicht. Genau dieser Austausch auf Augenhöhe eröffnet unterschiedliche Perspektiven und gibt neue Impulse für die eigene Arbeitswelt. Denn die Arbeitswelt von morgen entsteht nicht am Schreibtisch allein. Sie lebt vom Ausprobieren, vom Austausch und davon, von- und miteinander zu lernen“, resümiert Anna-Maria Ogermann vom IBE.
Die „EMPOWER Transfer Journeys“ gehen deshalb weiter: Für 2027 sind bereits drei bis vier weitere Veranstaltungen zu neuen Schwerpunktthemen geplant. Wieder soll es darum gehen, New Work dort zu erleben, wo es konkret stattfindet – und gemeinsam herauszufinden, welche Impulse sich daraus für die eigene Organisation übertragen lassen.
Mehr zum IBE New Work-Haus und den verschiedenen Dimensionen moderner Arbeitswelten:
https://www.ibe-ludwigshafen.de/unternehmensentwicklung/new-work/