EMPOWER zeigt Wissenschaft zum Mitmachen beim Mainzer Wissenschaftsmarkt 2026
Vom Insektensnack bis zum Frühstücksbrettchen
Ludwigshafen/Mainz, 22.09.2026: Larven probieren, Seedballs herstellen, mit KI experimentieren oder ein eigenes Frühstücksbrettchen fräsen – beim 24. Mainzer Wissenschaftsmarkt am 12. und 13. September 2026 zeigte EMPOWER, wie vielfältig Wissenschaft sein kann.
Unter dem Motto „Mensch und Regionen“ präsentierten Hochschulen, wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen aus Mainz und der Region auf dem Platz der Mainzer Republik vor dem Landtag an insgesamt 45 Ständen ihre Arbeit und aktuelle Forschungsprojekte.
Der EMPOWER-Verbund war bereits zum vierten Mal mit einem Gemeinschaftsstand vertreten und bot ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen. Die Mitmachangebote reichten von nachhaltigen Futtermitteln und Stadtbegrünung über digitale Beratung, KI und New Work bis hin zu digitaler Fertigung – und kamen gut an: In den EMPOWER-Zelten herrschte an beiden Tagen reger Betrieb – bei Sonnenschein ebenso wie bei den Regenschauern. Besonders gut funktionierten dabei Themen, die unmittelbar an den Alltag und die Lebenswelt der Besucher:innen anknüpften. So ergaben sich schnell Gespräche zwischen Publikum und Wissenschaftler:innen – über Larven als mögliche Helfer für nachhaltige Kreisläufe, begrünte Städte, die Arbeitswelt der Zukunft, den Umgang mit Gesundheitsdaten oder die Frage, ob eine KI eine gute Beratungsinstanz sein kann.
Kleine Larven, großer Nutzen
Bei der TH Bingen durften die Larven der Schwarzen Soldatenfliege nicht fehlen. Das EMPOWER-Projekt „Erzeugung nachhaltiger Futtermittel, Wert- und Werkstoffe“ beschäftigt sich damit, wie die Larven organische Reststoffe verwerten und damit zur Herstellung nachhaltiger Futtermittel sowie neuer Wert- und Werkstoffe beitragen können.
Am Wissenschaftsmarkt wurde daraus ein Mitmachangebot für die ganze Familie: Larvenpuzzle, Quiz und Mandalas luden zum Entdecken ein. Wer mutig genug war, konnte außerdem Insekten-Snacks probieren. Ein Highlight war es, eine individuelle Seifenkomposition herzustellen.
Gerade die Seife erwies sich als besonderer Publikumsmagnet: Während sie rund zehn Minuten zum Aushärten benötigte, ergab sich für das Projektteam die perfekte Gelegenheit, mit den Besucher:innen ins Gespräch zu kommen und mehr über die Forschung rund um die Schwarze Soldatenfliege zu erzählen. Insbesondere die Kinder griffen dabei mutig zum Insektensnack.
Auch das zweite Binger Thema machte Nachhaltigkeit unmittelbar erlebbar: Unter dem Titel „Grüne Dächer: gut für dich, gut für die Umwelt“ zeigte das Team anhand von Dachmodellen und Messungen, welchen Einfluss Begrünung auf das Stadtklima haben kann. Hier bestand das Mitmachangebot darin, dass die Besucher:innen eigene Seedballs herstellen und damit ein kleines Stück Grün mit nach Hause nehmen konnten.
Mensch oder Maschine?
Die Katholische Hochschule Mainz rückte am Samstag mit „Digitale Beratung, KI & Co. – Was kann das?“ die Frage in den Mittelpunkt, was digitale Angebote und künstliche Intelligenz in der Beratung leisten können – und wo ihre Grenzen liegen.
Beim digitalen Glücksrad „Das große BeRaten“ konnten Besucher:innen selbst in die Rolle von Sozialarbeiter:innen schlüpfen und unterschiedliche Beratungssituationen meistern. Bei „Hopp oder Topp“ wurde anschließend die spannende Frage gestellt: Wer antwortet besser – Mensch oder Maschine?
Ein interaktives Publikumsposter und eine QR-Code-Rallye über den Platz der Mainzer Republik ergänzten das Angebot und luden dazu ein, das Thema digitale Beratung aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkunden.
Am Sonntag wechselte der thematische Schwerpunkt: Bei „Datenkompetenz im Gesundheitswesen“ ging es um Datenschutz, Datensicherheit, datenbasierte Entscheidungen und ethische Fragen. Was auf den ersten Blick nach einem eher „trockenen“ Thema klingt, wurde spielerisch vermittelt: Ein Glücksrad-Quiz bestimmte die Themenkategorie der jeweiligen Frage, eine interaktive Schätzfrage lud zum Abstimmen und Diskutieren ein. So wurde der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen und sensiblen Daten unmittelbar zum Gesprächsstoff.
Wie werden wir morgen arbeiten?
Das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen bringt im EMPOWER-Verbund seine Expertise zum Thema New Work ein. Unter dem Titel „Wie werden wir morgen arbeiten?“ konnten die Besucher:innen über ihre Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen zur Arbeitswelt der Zukunft ins Gespräch kommen.
Dabei ging es um die Frage, wie eine Arbeitsumgebung gestaltet sein kann, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird – und welche Rolle Nachhaltigkeit dabei spielt. Die Besucher:innen erhielten Impulse für New Work und konnten gleichzeitig ihr eigenes Alltagsverhalten im Hinblick auf Nachhaltigkeit hinterfragen.
Auch für die jüngeren Besucher:innen gab es passende Mitmachangebote: Beim Stärken-Check konnten Kinder herausfinden, welche persönlichen Stärken in ihnen stecken und was sie für ihre Zukunft fit macht. Ein Nachhaltigkeits-Quiz lud zusätzlich zum spielerischen Testen des eigenen Wissens ein.
Digitale Fertigung wird handfest
Bei der Hochschule Mainz wurde schließlich sichtbar, dass digitale Fertigung keineswegs nur am Bildschirm stattfindet. Unter dem Motto „Digitale Fertigung – DIY zum Anfassen“ zeigte das Innovation-Lab Digitale Fertigung Mainz, was hinter Robotik, 3D-Druck, CNC und Lasercutting steckt.
Das Highlight war besonders greifbar: Die Besucher:innen konnten am Tablet zunächst ein eigenes Design entwerfen und es anschließend mit der digital geführten Handfräse Shapertool Origin in ein Frühstücksbrettchen fräsen. Das fertige Unikat durften sie anschließend mit nach Hause nehmen.
Auch beim 3D-Zeichenstift war Selbstmachen angesagt: Hier konnten direkt in der Luft eigene dreidimensionale Objekte entstehen. Nicht zuletzt präsentierte das Team anhand realer Projekte, Exponate und Videos aus der Praxis, welche Möglichkeiten digitale Fertigung eröffnet.
Wissenschaft, die im Gedächtnis bleibt
Ob ausprobieren, rätseln, gestalten, diskutieren oder selbst etwas herstellen: Die Mitmachangebote beim WiMa 2026 machten die unterschiedlichen Themen des EMPOWER-Verbunds unmittelbar erlebbar.
Gerade lebensnahe Themen und spielerische Zugänge erleichterten den Austausch zwischen Besucher:innen und Wissenschaftler:innen. So wurde Forschung nicht nur erklärt, sondern konnte ausprobiert, hinterfragt und mit eigenen Erfahrungen verbunden werden.
„Das EMPOWER-Team setzte auch das diesjährige WIMA-Motto ,Mensch und Regionen' wieder kreativ um und präsentierte mit seinen innovativen und gesellschaftsrelevanten Projekten, dieses Mal in den beiden Zelten ORANGE 06 und 07 vielfältige Mitmachaktionen, die verschiedene Sinne ansprachen. Darüber hinaus beteiligte sich das Verbundprojekte das zweite Jahr in Folge auch am ,WiMA für Schulen', und wir blicken auf restlos ausgebuchte EMPOWER-Schulangebote zurück“, resümiert Dr. Susanne Weiß-Wittstadt, Projektleitung und -koordination EMPOWER.
Nach vier gemeinsamen Auftritten ist der Mainzer Wissenschaftsmarkt zu einem festen Bestandteil der EMPOWER-Transferaktivitäten geworden. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus der diesjährigen Präsenz: Wissenschaft bleibt der Zielgruppe besonders dann im Gedächtnis, wenn man ihr die Möglichkeit eröffnet, selbst Teil davon zu sein.