Wissenschaft zum Mitmachen: EMPOWER auch beim WiMa für Schulen dabei
EMPOWER-Angebote geben Schüler:innen Einblicke in New Work, Medien und Migration sowie virtuelle Realität und digitale Fertigung
Ludwigshafen/Mainz, 24.09.2026: Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr lud der WiMa für Schulen am 11. September 2026 bereits zum zweiten Mal speziell Schulklassen zu einem eigenen Programm rund um den Mainzer Wissenschaftsmarkt ein. Unter dem diesjährigen Motto „Mensch und Regionen“ konnten am Freitag vor dem Wissenschaftsmarkt (11. September) Schüler:innen in insgesamt 40 Workshops und Bühnenangeboten Wissenschaft und Forschung altersgerecht, interaktiv und praxisnah erleben. Die Angebote waren seit Anfang Juni für Schulklassen buchbar.
Drei der Schulangebote steuerte der Hochschulverbund EMPOWER bei und brachte damit Forschungsthemen aus unterschiedlichen Perspektiven ins Klassenzimmer beziehungsweise ins Wissenschaftszelt.
Eigene Stärken entdecken und Talente entfalten
Das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen lud mit „EMPOWER Kids – Stärken entdecken, Talente entfalten“ dazu ein, sich mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen auseinanderzusetzen.
Anhand von zwölf sogenannten „Stärketieren“ lernten die Kids unter Anleitung von Silke Eilers unterschiedliche Kompetenzen kennen und erfuhren, wie sie diese bereits im Alltag trainieren können. Anschließend konnten sie ihre persönlichen Top-Stärken auswählen und in einem eigenen Stärkenbaum festhalten – ergänzt durch die passenden Tier-Aufkleber zum Mitnehmen.
Auch die Arbeitswelt der Zukunft wurde spielerisch thematisiert: Die Schüler:innen positionierten sich dazu, wie und wo sie später einmal am liebsten arbeiten möchten – beispielsweise allein oder im Team, zu Hause oder im Büro oder in bestimmten Berufsfeldern.
Die beiden angebotenen Durchgänge waren ausgebucht. Wie gut der Ansatz bei den Kindern ankam, zeigt das Feedback einer Teilnehmerin besonders schön: „Ich finde es super, dass auch mal mehr auf die Stärken geschaut wird anstatt immer nur Druck zu vermitteln.“
Wie beeinflusst die Darstellung unsere Wahrnehmung?
Die Katholische Hochschule Mainz trug mit dem Workshop „Migration in den Medien: Wie beeinflusst die Darstellung unsere Wahrnehmung?“ ein gesellschaftlich aktuelles und zugleich anspruchsvolles Thema an Oberstufenschüler:innen heran.
Ausgehend von Forschungsergebnissen des EMPOWER-Teilprojekts „Raise your voice“ beschäftigten sie sich mit der Frage, wie Medien durch wiederkehrende Deutungsmuster – sogenannte Narrative – unsere Wahrnehmung politischer und gesellschaftlicher Themen beeinflussen können.
Anhand aktueller Beispiele aus Nachrichten und sozialen Medien analysierten die Jugendlichen unterschiedliche Darstellungsweisen, arbeiteten in Gruppen und diskutierten darüber, wie Sprache, Bilder und andere Gestaltungsmittel unsere Wahrnehmung prägen.
Dabei ging es nicht nur darum, theoretische Konzepte kennenzulernen, sondern auch eigene Perspektiven zu entwickeln und sich mit der Konstruktion alternativer Narrative auseinanderzusetzen.
Die intensive Vorbereitung des Teams berücksichtigte dabei auch die Herausforderung, dass Migration in der öffentlichen Debatte häufig kontrovers und polarisiert diskutiert wird. Der Workshop wurde entsprechend zielgruppengerecht und interaktiv gestaltet, und die Rückmeldungen zeigten, dass die Auseinandersetzung mit Bildern und Darstellungen entsprechende Wirkung entfaltet hatte.
Eintauchen in die virtuelle Realität
In der von Tünde Falk, Hochschule Mainz, gestalteten Unterrichtsstunde konnten Schüler:innen schließlich ganz unmittelbar erleben, was Virtual Reality möglich macht. Im Workshop „Eintauchen in die virtuelle Realität“ erhielten sie zunächst eine kurze Einführung in die Technologie und anschließend die Gelegenheit, selbst eine VR-Brille auszuprobieren.
Als Anwendungsszenario diente die virtuelle Erkundung der Internationalen Raumstation ISS. Damit konnten die Jugendlichen einen Ort erkunden, der ihnen normalerweise nicht zugänglich ist, und erhielten zugleich einen niedrigschwelligen Zugang zu immersiven Technologien.
Nach einer kurzen Einweisung konnten die VR-Brillen selbstständig ausprobiert werden; die Eindrücke wurden anschließend auf Moderationskarten festgehalten und mit den Verantwortlichen ausgetauscht.
Besonders gut funktionierten dabei der hohe Praxisbezug, das anschauliche Anwendungsszenario und die Möglichkeit, die Technologie tatsächlich selbst zu erleben. Das Angebot stieß sowohl bei Schüler:innen als auch bei Lehrkräften auf positive Resonanz.
Wissenschaft, die ausprobiert werden kann
Darüber hinaus steuerte das Team „Digitale Fertigung“ der Hochschule Mainz noch ein Angebot zum WiMa für Schulen bei, das sowohl zum Anfassen war als auch Einblicke in die Welt von Robotik, 3D-Druck, CNC und Lasercutting eröffnete.
Hier konnten die Schüler:innen kreativ werden und ein individuell auf dem Tablet gestaltetes Design mit der digital geführten Handfräse Shapertool Origin in ein Frühstücksbrettchen fräsen und mit nachhause nehmen.
Mit diesen unterschiedlichen Angeboten zeigte EMPOWER beim zweiten „WiMa für Schulen“, wie vielfältig Wissenschafts- und Wissenstransfer für junge Zielgruppen gestaltet werden kann: eigene Stärken entdecken, Medien kritisch hinterfragen, virtuelle Welten und digitale Ferigung erkunden – immer verbunden mit der Möglichkeit, selbst aktiv zu werden.
Damit trug der EMPOWER-Verbund auch in diesem Jahr aktiv zum Ziel des WiMa für Schulen bei – nämlich Wissenschaft für diese Zielgruppe lebendig, verständlich und inspirierend erfahrbar zu machen.